PETG-Drucktipps

 
Erste Schritte für den perfekten PETG-Druck
 
Zur Kalibrierung empfehle ich folgenden Kalibrierwürfel (20mm):
auf Thingiverse thing:5573
 
Infill: 95% Temperatur: ca. 230 C° Geschwindigkeit: 40mm/s
Infill sollte leicht Löchrig sein. Toplayer sollte sauber geschlossen werden.
Lieber eine leichte Unterdosierung als zu viel dosiert.
 
Düsenabstand einstellen:
Nur mit Arbeitstemperatur ! Düse und Heizbet können sich asudehnen. Das würde bedeuten: Zimertemperatur und einem Düsenabstand von 0,3mm hört sich erstmal gut an. Aber bei einer Bettemperatur von 100°C und Düse 220°C scharpt die Düse über das Druckbet.
 
Lüfter:
Je besser der Lüfter kühlt, desto heißer kann man drucken, ohne Fäden zu bekommen. Mit wenig Luft oder lüfterlos muss man kälter drucken.
Bei zu kalt gedrucktem Material halten die Layer schlechter, Ecken werden nicht mehr sauber, die Punkte wo der Drucker Material ansetzt, z.B. Infill, werden gerne mitgerissen. Auch hier entstehen Fäden. Bei reißendem Material am Anfang vom Infill kann man die Überlappung etwas erhöhen.
 
Unterdosierung:
Es reißen die Linien schnell vom Infill. Brücken reißen beim Ziehen. Meist muss für linearen Infill (je größer, desto Auffälliger) mehr dosiert werden, also Multi für Infill hoch.
 
Überdosierung:
Erstmal schönes Infill, Brücken hängen leicht durch, es kleckert und die Düse verklebt gerne, sowie vermehrt Fädenbildung. Je mehr überdosiert, desto schlimmer.
 
Brücken:
Brücken sollten relativ schnell und mit leicht geringerem Multi gedruckt werden.
Dann ziehen sie sich nach dem Setzen noch etwas hoch. Sollten Brücken hängen, muss der Brückenmulti weiter verringert werden.
 
Zu Heiß:
Material ist zu dünnflüssig, viele Fäden im Druck, matt. Oberfläche rau und nicht glänzend.
 
Zu Kalt:
Schrittverluste im Extruder. Material läßt sich nicht ansetzen. Infill zerreißt ist bröckelig. Wenn viel zu kalt wird auch der Perimeter unregelmäßig und bröckelig.
 
Überhänge:
Mit genug Luft und den richtigen Einstellungen von Dosierung und Geschwindigkeit, sind Überhänge über 60° noch sauber möglich.
 
Retract:
Relativ höher und schneller im Vergleich zu anderem Material.
 
Fehlerbehebung:
 
Infill wird nicht sauber gedruckt:
Komplett Bröckelig:
- Zu Kalt - Unterdosierung (Kalibrierwürfel drucken)
Nur am Anfang vom Infill:
- "Extra restart distance" aktiv mit einem negativen Wert? - Unterdosierung (Kalibrierwürfel drucken)
Bei allen Richtungswechsel:
- Etwas zu kalt - Überlappung zum Perimeter zu gering (Unterdosierung?)
Objekt zum Retract einstellen: auf Thingiverse thing:15087
 
Fäden:
Ein paar Fäden sind bei PETG normal.
Viele dünne und feine Fäden:
- Leichte Überdosierung - Zu Heiß
Dickere Fäden zwischen Retracts:
- Retract zu gering - Retract zu langsam
 
Drucken auf Buildtak:
PETG hält schon auf einer kalten Buildtak.
ABER,der Abstand muß dabei sehr gering sein. Hier verschwimmt die Grenze von Fest und nicht mehr ablösbar. Nur für Fortgeschrittene zu empfehlen.
Für die ersten Tests würde ich mit einer Bed-Temperatur von 90°C anfangen. Hier hält das Material ohne anzupressen. Wenn nicht, den Abstand leicht veringern.
Düsenabstand mit heißen Komponenten messen !
 
Generelle Tipps für die Druckunterlagen:
Beispiel DDP:
Die ersten 2 Layer mit etwas höherer Temperatur drucken (~100°C), danach bis Layer 5 ca. 90°C, dann bis Layer 10 ca. 80°C.
Grund:
PETG bleibt beim Aufpressen auf die Platte noch leicht weich und verbindet sich besser. Nach den ersten 5 Schichten muß man aber mit der Temperatur runter. Sonst warpt das Material da es bei 90-100°C ja noch elastisch und weich ist. Kühlt man zu schnell ab ändert sich der Düsenabstand etwas und es können sich auch Ecken ablösen.
 
Jede Druckunterlage hat ihre Eigenheiten (Tipps von Kunden):
 
Glasplatte:
Zitronensäure aus dem Supermarkt auf Glas bei etwa 75°C erhöht die Haftbarkeit.
 
Tipps für eine glasklare, glatte Oberfläche ohne Rillen:
- Glasplatte Fettfrei
- Geringer Abstand
- Viel Filament (Multiplier)
- Bed-temp…First Layer 110°C….dann ca 75°C
Bei dieser Methode klebt nach langsamem Erkalten das Objekt an der Glasplatte und kann diese Beschädigen.
ABHILFE: Direkt nach dem Druck, zumindest bevor die Platte stark abkühlt, mit kaltem Wasser die Glasplatte abkühlen. Drucke lösen sich von selbst OHNE Beschädigungen!
 
CFK:
Etwa 60°C bei CFK Platten ergibt den Besten Kompromiss von Haftung und Ablösbarkeit.
 
Generell bei Haftproblemen:
Einen leichten Film Haarlack vor dem Druck auf die Druckunterlage sprühen (benutze ich auch ab und an auf der DDP, bei großen Objekten (lang))
 
Objekt-Vorschläge:
Schönes Kalibrier Objekt bei Fädenproblemen: Thingiverse thing:1028352
Temperatur einstellen: Kalibrierobjekt: Thingiverse thing:738681
Zum endgültigen Prüfen: Kalibrierobjekt: Thingiverse thing:851525
 
Bei Fragen können Sie mir gerne eine E-Mail senden (am Besten mit Bild): info@3dpsp.de
 
Sascha Pichl
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